Mittelhessen-Derby steigt in Gießen

Jetzt zählt nur das Derby

Sowohl der TSV Steinbach Haiger, als auch der FC Gießen konnten den 3. Spieltag der Fußball-Regionalliga Südwest mit einem Sieg abschließen. Doch nach dem 4:1-Heimsieg des TSV und dem 1:0-Auswärtssieg des FCG werden die Uhren bei den Protagonisten wieder auf Null gestellt, denn nun ist Derbyzeit angesagt!

Leider führt der Spielplan die beiden Aushängeschilder Mittelhessens am Dienstag, den 13. August, zusammen. Bereits um 18 Uhr beginnt das Duell, welches in der Region mit größter Spannung erwartet wird und mit Sicherheit trotzdem eine ansehnliche Kulisse ins Waldstadion führen wird. Beim ersten Regionalliga-Anlauf der Hausherren, damals noch unter dem Namen SC Teutonia Watzenborn-Steinberg, fanden über 3.000 Zuschauer den Weg zum Derby ins Stadion der Stadt Wetzlar.

Derbys sind immer 50:50-Spiele. Da wird auch die Partie in Gießen kein Selbstläufer. Wir müssen dort alles raushauen, dann haben wir auch eine Chance zu gewinnen. Funktionieren jedoch ein oder zwei Spieler am Dienstag nicht, dann wird es richtig schwer“, so TSV-Trainer Adrian Alipour.

Nikola Trkulja hat seine Drei-Spiele-Sperre abgesessen und steht somit als Alternative für den Kader zur Verfügung. Michael Schüler, der am Freitag vom FC Carl-Zeiss Jena an den Haarwasen gewechselt war, stieg am Wochenende in den Trainingsbetrieb beim aktuellen Tabellenvierten ein. Moritz Göttel (Kreuzbandriss), Tino Bradara (Probleme am Nerv im Schambein-Bereich) und Dennis Wegner (Probleme am Schleimbeutel) fallen auch für die Partie in Gießen aus.

Für die Region ist die Partie in Gießen definitiv ein wichtiges Spiel“, so Neuzugang Manuel Hoffmann, der fortführt: „Ich bin heiß auf das Derby. Das sind einfach die geilsten Spiele, die es gibt!“

Mit Frederic Löhe, Christopher Schadeberg und Jure Colak spielen mittlerweile gleich drei ehemalige Steinbacher-Akteure für die Hausherren. Während Torwart Löhe und Abwehr-Organisator Colak die vollen 270 Minuten auf dem Feld gestanden haben, wartet Schadeberg noch auf seine ersten Einsatzminuten in dieser Spielzeit. Dies liegt jedoch auch daran, dass Trainer Daniyel Cimen die positive Qual der Kaderwahl hat. Lediglich Brian Mukasa (Riss des Syndesmosebandes) fällt aktuell beim FCG verletzt aus.

Schiedsrichter der Begegnung ist Patrick Kessel aus Norheim.

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FCG trifft auf TSV Steinbach Haiger – Nachbar geht als klarer Favorit ins Derby

Es wäre schön, wenn sich der 6. August 2016 am kommenden Dienstag wiederholen würde! An diesem Tag trug nämlich der damalige SC Teutonia sein erstes Heimspiel in der Regionalliga Südwest gegen den TSV Steinbach im Wetzlarer Stadion aus. Die Teutonen gewannen damals vor 3300 Zuschauern nach einem unglaublichen Spielverlauf 3:0, obwohl Steinbach in der ersten Hälfte haushoch überlegen war, einen Strafstoß verschoss und ein ums andere Mal am überragenden Thorsten Dauth im Teutonen-Tor scheiterte. Ilyas Azaouaghi und zwei Mal „Abdi“ Amachaibou konterten den Favoriten in der 2. Hälfte innerhalb von 15 Minuten drei Mal aus und stellten so den Spielverlauf komplett auf den Kopf.

Auch diesmal sind die Rollen ähnlich verteilt. Der TSV kam recht gut aus den Startlöchern, musste allerdings im zweiten Spiel beim Aufstiegsfavoriten 1. FC Saarbrücken eine unglückliche 1:2-Niederlage trotz guter Vorstellung quittieren, gewann aber die beiden anderen Spiele (3:0 gegen Mainz 05 II, 4:1 gegen Bayern Alzenau) deutlich. In der momentanen Form und aufgrund ihres hochkarätigen Kaders gehen die Mannen aus dem Lahn-Dill-Kreis als klarer Favorit in das Derby.

Unser FC hingegen verpatzte den Auftakt durch ein 1:7 beim SV Elversberg und ließ eine 0:2-Niederlage gegen den FC Homburg nach ansprechenden Leistungen vor allem in der 2. Hälfte folgen. Der 1:0-Auswärtssieg vom Samstag in Pirmasens wird allerdings dazu beigetragen haben, dass das Selbstbewusstsein wieder gestiegen ist, und man darf erwarten, dass unsere Jungs dem Gegner einen heißen Kampf liefern werden. Bis auf Weiteres wird allerdings Brian Mukasa im Kader von Trainer Cimen fehlen, da er sich eine schwere Knöchelverletzung zuzog.

Der TSV Steinbach, so der ursprüngliche Name, hat seine Heimat im 900-Seelen-Dorf Steinbach, einem Ortsteil von Haiger im Lahn-Dill-Kreis unweit der Grenze zu den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Er gehört also genau wir der FC Gießen im Rahmen des Hessischen Fußballverbandes dem Fußball-Bezirk Gießen/Marburg an.

Anfangs war Faustball die dominierende Sportart im Verein, der dann vom Fußball abgelöst wurde. Richtig bekannt in Fußballer-Kreisen wurde der Verein erst in der Saison 2008/09, als der rasante Aufstieg begann. Über die Kreisliga B erfolgte der Aufstieg Jahr für Jahr, bis man in der Saison 2015/26 in der Regionalliga Südwest angelangt war, der man seitdem angehört. Alle Ligen wurden bereits nach einem Jahr verlassen. Die einzige Ausnahme bildete die Landesliga Mitte, in der man 2 Jahre verweilte. In diesen beiden Jahren traf man sowohl auf den VfB 1900 Gießen als auch auf die Teutonia, die ebenfalls der Landesliga angehörten. Die Bilanz für den VfB lautete damals: 2 Siege , ein Unentschieden, eine Niederlage; die der Teutonen: 1 Sieg, 2 Unentschieden und 1 Niederlage. Auch im Hessenpokal war der TSV in den letzten Jahren sehr erfolgreich, erreichte man doch 2017 das Halbfinale und gewann sogar 2108 den Hessen-Pokal durch ein 2:0-Sieg über Hessen Kassel.

Diese Erfolgsserie dieses Vereins hat viele Protagonisten, aber nur einen Vater: Roland Kring. Der 55-Jährige ist Steinbacher und führt dort mit seinem Bruder zusammen die Sibre Siegerland Bremsen GmbH, ein Unternehmen, das Bremsen für Industrieanlagen herstellt. Seitdem er den Verein finanziell unterstützte, ging es aufwärts. Ab der Saison 2018/19 tritt die Regionalliga-Mannschaft unter dem Namen TSV Steinbach Haiger an.

Der TSV geht mit einem runderneuten Kader in seine fünfte Saison in der Fußball-Regionalliga Südwest. Nach den Plätzen 12, 5, 8 und 8 geht man mit großen Hoffnungen in die Saison 2019/20. Der Rangachte der Spielzeit 2018/2019 wollte und musste nach dem enttäuschenden Verlauf der Rückrunde etwas ändern, als man von Platz drei am Ende der Vorrunde noch fünf Platze einbüßte. Gerade ein Dutzend Spieler aus der vergangenen Runde sind noch an Bord, genauso viele, teils höherklassige Spieler haben in diesem Sommer den Weg zum Team aus dem Lahn-Dill-Kreis gefunden. Demgegenüber stehen 13 Akteure, die im aktuellen Aufgebot des neuen Trainers Adrian Alipour im Vergleich zur Vorsaison nicht mehr zu finden sind. U

Und trotzdem: Bangemachen gilt nicht! Gebt alles, Jungs, damit erneut Punkte auf der Habenseite erscheinen!

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